„Stacheln“ zur Darstellung der Bevölkerungsdichte

Die Bevölkerungsdichte ist ein beliebtes Kartenthema, meine Aufmerksamkeit erhielt kürzlich eine Darstellungsweise, die diesen Sachverhalt auf interessante und intuitiv verständliche Art darstellt. Die Bevölkerungsdichte wird hierbei als aus der Erdoberfläche hervortretende „Stacheln“, die als Gesamtes eine Topographie des Dargestellten bilden, präsentiert. In Abbildung 1 wird zusätzlich Farbe eingesetzt, dadurch werden die Kontraste zwischen bevölkerungsreichen Gebieten in der Farbe Rot und den bevölkerungsarmen Gebieten in der Farbe Weiß gut hervorgehoben. Diese Darstellung ist folglich vor allem geeignet, wenn die Werte weit genug streuen und es Extremwerte gibt.

Die Bevölkerungsdichte der USA © TIME graphic by Feilding Cage

Abb. 1: Die Bevölkerungsdichte der USA © TIME graphic by Feilding Cage

Nachteilig kann sich je nach Datenlage die Überdeckung durch herausragende Katenelemente auswirken, weshalb es Sinn macht die Karte entsprechend zu kippen und gegebenenfalls zu drehen. Die zugespitzten „Stacheln“ bieten jedoch im Gegensatz zu klassischen Stäben den Vorteil, etwas weniger Inhalt abzudecken.

Obwohl die Darstellung der Höhe eines Wertes anhand eines „Stachels“ oder Stabes sehr intuitiv ist, ist dadurch ein direkter Vergleich zweier Werte aufgrund der Lage auf der Karte schwer möglich. Präzise Werte können nicht vermittelt werden, dafür kann ein Überblick über ein Gebiet erlangt werden, wobei die starken Kontraste zwischen den Extremwerten die Interpretation unterstützen. Im vorgestellten Beispiel werden daher zusätzlich ausgewählte Bevölkerungszahlen nach Auswahl mit dem Cursor angezeigt.

Eine etwas grafischere Variante desselben Kartentyps hat James Cheshire in seiner „Population Lines“ Karte geschaffen (Abb. 2). Beruhend auf Daten von NASA SEDAC zeigt sie die Bevölkerungsdichte entlang der Breitengrade und schafft somit ein lebendiges Bild der Bevölkerungsverteilung auf der Erde.

Die "Population Lines" Karte zeigt die Bevölkerungsdichte entlang der Breitengrade © James Cheshire

Abb. 2: Die „Population Lines“ Karte zeigt die Bevölkerungsdichte entlang der Breitengrade © James Cheshire

Beiden Karten gemeinsam ist, dass außer wenigen Städtenamen keine topographischen Elemente gezeigt werden. Das ist sehr wichtig, denn bei einem Beibehalten der ursprünglichen Topographien werden diese durch die Schaffung der neuen „Topographie“ verzerrt und unlesbar, wie dieses Beispiel zeigt. (BW)

 

Links

http://content.time.com/time/interactive/0,31813,1549966,00.html

http://spatial.ly/2014/08/population-lines/

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