Heidelberger Nobelpreisträger im Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg

Im Oktober ist es wieder soweit – die Bekanntgabe der Nobelpreisträger für Medizin, Physik, Chemie, Frieden, Literatur und Wirtschaft wird weltweit mit Spannung verfolgt.

Abb. 1: Heidelberger Nobelpreisträger im Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg © Universität Heidelberg und Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig

Abb. 1: Heidelberger Nobelpreisträger im Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg © Universität Heidelberg und Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig

Ein Beitrag im 2011 erschienenen Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg (hrsg. von Peter Meusburger und Thomas Schuch; 2012 als englische Ausgabe veröffentlicht) widmet sich den Heidelberger Nobelpreisträgern. Neben Berlin, München und Göttingen kann Heidelberg zu den bedeutendsten Wirkungsstätten deutscher Nobelpreisträger gezählt werden. Die kartographische Darstellung über die Wirkungsstätten (Studium, Promotion, wiss. Tätigkeit) allein zeigt eine interessante und weltweite Verteilung der Orte. Besonders aufschlussreich sind jedoch zwei Visualisierungen, die als Raum-Zeit-Pfade nach Hägerstrand in die Forschung eingegangen sind. Der Schwede Torsten Hägerstrand (1916–2004) gilt als einer der bedeutendsten europäischen Humangeographen, der sich u.a. als Mitbegründer der European Science Foundation und der Academia Europeana sowohl für interdisziplinäre als auch für internationale Zusammenarbeit einsetzte. In der Humangeographie revolutionierte er die Erforschung räumlicher Bevölkerungsbewegungen und die „Zeitgeographie“ u.a. durch Formen dreidimensionaler Visualisierungen.

Die einzelnen Stationen der Heidelberger Nobelpreisträger werden – nach Fachgebieten getrennt – in Raum (Station) und Zeit (Jahr) gemeinsam in einer solchen dreidimensionalen, zeitgeographischen Darstellung visualisiert. Dadurch werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich, die eine reine kartographische Darstellung so nicht bieten kann. Beispielsweise kommen gemeinsame Stationen (in Raum und Zeit) zum Ausdruck, die auf eine gegenseitige Beeinflussung der Wissenschaftler hindeuten.

Abb. 2: Nobelpreisträger für Chemie der Universität Heidelberg © Universität Heidelberg und Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig

Abb. 2: Nobelpreisträger für Chemie der Universität Heidelberg © Universität Heidelberg und Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig

Ihren Höhepunkt findet die Darstellung in den sogenannten „Raum-Zeit-Bündeln“, die gemeinsame Lebenswege und „Schulen“ offenbart und zeigt, dass hochrangige Forscherpersönlichkeiten ein Anziehungspunkt für weitere Wissenschaftler sein können. (DGfK)

Abb. 3: Raum-Zeit-Bündel © Universität Heidelberg und Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig

Abb. 3: Raum-Zeit-Bündel © Universität Heidelberg und Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig

Quelle
Mager, Christoph (2011): Heidelberger Nobelpreisträger. In: Meusburger/Schuch (Hg.) 2011, S. 250–253.Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Universität Heidelberg und des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig.
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Literatur

  • Hägerstrand, Torsten (1970): What about people in regional science? In: Regional Science Association Papers, XXIV, 1970, S. 7–21.
  • Haggett, Peter (2004): Torsten Hägerstrand, ein Nachruf. Der Geograph, der die Erforschung von Bevölkerungsbewegungen revolutionierte. In: Geographische Zeitschrift, Jg. 92, H. 1+2, S. 1–4.
  • Meusburger, Peter; Schuch, Thomas (Hg.) (2011): Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg. [625 Jahre Ruperto Carola]. Knittlingen: Verl. Bibliotheca Palatina (Universität Heidelberg) – englische Ausgabe 2012: Wissenschaftsatlas of Heidelberg University.

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