Die zerteilten Staaten

Man könnte wohl endlos über für und wider, gut und schlecht von Karten zur Visualisierung von Wahlergebnissen diskutieren. Es gibt viele Ansätze und Methoden, und oft geht hier und da etwas schief. Anhand der zahllosen Karten von US-Wahlen lässt sich ein schöner Überblick verschiedener Typen verschaffen, so gibt es zum Beispiel rot-blaue Choroplethenkarten, rot-blau-gemischte Choroplethen, 3D-Karten, interaktive 3D-Karten, Kartogramme, animierte Kartogramme, „Chartogramme“ und noch vieles mehr.

Auch während und nach dem Ende des wahnwitzigen Wahlkampfs der USA im Jahr 2016 gab es wieder interessante Karten, welche verschiedenste Einblicke ins Wählerverhalten und die regionalen Unterschiede der Wahlergebnisse geben. Besondere Aufmerksamkeit möchten wir hier auf das Kartenpaar der „Two Americas of 2016“ von Tim Wallace der New York Times lenken.

For many Americans, it feels as if the 2016 election split the country in two.

Trump’s America

Trump’s America

Clinton’s America

Clinton’s America

Wallace nimmt hier eine topografische Grundkarte und teilt sie anhand des jeweiligen lokalen Wahlsiegers gebietsweise Trump oder Clinton zu. So entstehen zwei neuartige Kontinente, zwei Amerikas mit neuen Orten und Regionen, Trumps Amerika und Clintons Amerika.

Betrachtet man diese Karten, so wirkt Trumps Wahlsieg eindeutig, schließlich zeigt sich „sein“ Amerika als gigantische, größtenteils zusammenhängende Fläche, während Clinton nur kleinere Inseln für sich beanspruchen kann. Auf die Fläche gerechnet gehören ganze 85% des Landes zu Trump. US-Kennern mag allerdings schon aufgefallen sein, dass viele der größeren Stadtregionen in Clintons Amerika liegen. Und rechnet man die Werte auf die Bevölkerung in den jeweiligen Gebieten zurück, so hätte tatsächlich Clinton mit 54% der US-Bevölkerung die Oberhand. Die endgültigen Zahlen des „Popular Vote“, also der Entscheidung der wählenden Bürger ergaben 50,5% für Clinton, 49,5% für Trump. Aufgrund der Besonderheiten des Wahlsystems der USA wurde dennoch Trump der nächste Präsident.

Diese Karten zeigen mit einem innovativen Ansatz, dass Wahlkarten nicht immer nur in den Parteifarben getönte Flächen sein müssen, sondern auch ein spielerischer Umgang zu lehrreichen Produkten führen kann.

Die Redaktion der New York Times zeichnet sich immer wieder durch innovative und kartografisch eindrucksvolle Werke aus, hier einige weitere Empfehlungen zum Thema:
How Trump Reshaped the Election Map
The Divide Between Red and Blue America Grew Even Deeper in 2016

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