StepMap – einfach eigene Karten erstellen

Diesen Monat steht eine Anwendung im Fokus, mit der Nutzer auf einfache Art und Weise eigene Karten im Internet erstellen und veröffentlichen können. Es handelt sich um StepMap, eine Webmapping-Anwendung die direkt im Webbrowser aufgerufen und genutzt wird. StepMap spricht verschiedene Nutzergruppen im privaten und beruflichen Umfeld an (z.B. Reisende, Lehrer, Blogger, Karteninteressierte, Nachrichtenagenturen, Grafik-Designer) und ist für private Zwecke kostenfrei nutzbar.

Abb. 1: Karteneditor von StepMap © StepMap

Abb. 1: Karteneditor von StepMap © StepMap

StepMap zeichnet sich durch eine einfache und schnelle Kartenerzeugung aus und ist so konzipiert, dass auch Erstnutzer ohne Erfahrungen in der Erstellung von Karten diese Anwendung intuitiv nutzen können. Dazu wird der Nutzer in mehreren Schritten durch den Prozess der Kartenerstellung geführt, wobei ihm jeweils nur bestimmte Funktionen zur Verfügung stehen (Abb. 1).

StepMap existiert bereits seit 2009 und wird von einer kleinen Firma in Berlin (StepMap GmbH) betrieben. Die Anwendung wird vor allem im deutschen Sprachraum genutzt. Für gewerbliche Nutzer bietet StepMap sogenannte Premium-Accounts an. Diese umfassen die Möglichkeit der gewerblichen Nutzung der Karten sowie zusätzliche Premiumfunktionen, wie z.B. das Herunterladen von Karten in hoher Auflösung, das Verwenden der Karten ohne StepMap-Logo oder das Einfügen von Links in die Karte. Auch bei einem kostenfreien Account zur privaten Nutzung können einige dieser Funktionen gegen Bezahlung hinzugebucht werden. Gewerbliche Nutzer von StepMap sind vor allem Nachrichtenagenturen, Zeitungsverlage und Reiseveranstalter.

Nach einer kostenlosen Registrierung stehen alle Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung. Für die Erstellung einer Karte muss der Nutzer sich zunächst zwischen der Erzeugung einer überregionalen Karte (Übersichtskarte mit Ländergrenzen, Flüssen, Orten, Relief, etc.) oder einer regionalen Karte (Stadtplan mit Straßen und Gebäuden) entscheiden (Abb. 2). Darauffolgend wird er in den jeweiligen Karteneditor geführt.

Wahl der Kartenart bei StepMap © StepMap

Abb. 2: Wahl der Kartenart bei StepMap © StepMap

Im Vergleich zu ähnlichen Webmapping-Anwendungen, die häufig Basiskarten von Google (Google Maps), Microsoft (Bing Maps) oder Nokia (Here Maps) verwenden, nutzt StepMap eigenes Kartenmaterial. Die angebotenen Basiskarten wurden speziell für diese Anwendung erstellt und gestaltet. Die überregionalen Karten basieren u.a. auf Daten von Vectormaps und Natural Earth und die regionalen Karten verwenden Daten aus dem OpenStreetMap-Projekt und von 123map.

Nach der Auswahl einer Kartenart (überregional oder regional) erfolgt der weitere Erstellungsprozess in mehreren Schritten. Dazu ist der Karteneditor in 5 „Steps“ aufgeteilt, die nacheinander vom Nutzer durchlaufen werden. Passend zum jeweiligen Schritt werden nur bestimmte Optionen und Funktionen bereitgestellt. Die einzelnen Schritte sind:

1. Kartendesign wählen: Wahl eines Kartenausschnittes und des Formates, Gestaltung der Basiskarte (z.B. bei überregionalen Karten Länder einfärben und Relief hinzufügen, bei regionalen Karten Layer an- und ausschalten und Flächen- und Linienfarben ändern)

2. Weitere Darstellungsoptionen (nur bei überregionalen Karten): Übersichtskarte, Längen-und Breitenkreise sowie Länder- und Städtenamen hinzufügen, Gestaltung von Grenzen, Seen, Flüssen etc.

3. Punkte und Icons setzen: Einzeichnen von Punkt-, Linien- und Flächenobjekten und deren Gestaltung

4. Infos und Medien hinzufügen: Textfenster und Links zu Punktobjekten hinzufügen, Grafiken und Videos hochladen bzw. einbinden

5. Karte speichern: Kartentitel, Beschreibung und Stichworte hinzufügen, Karte öffentlich oder nicht-öffentlich speichern

Abb. 3: Hilfestellungen in StepMap © StepMap

Abb. 3: Hilfestellungen in StepMap © StepMap

Jede Funktion wird durch ein Mouseover-Fenster näher erläutert (Abb. 3). Weitere Hilfestellungen sind Videotutorials und häufig gestellte Fragen, die im Karteneditor passend zum jeweiligen Bearbeitungsschritt auf der rechten Seite aufgelistet sind (Abb. 3). Diese verweisen auf nähere Erläuterungen im StepMap-Blog. Im Weblog von StepMap werden verschiedene Funktionen ausführlich erläutert und mit Screenshots illustriert sowie regelmäßig Neuerungen im System vorgestellt. Daneben sind individuelle Supportanfragen und Kontaktaufnahmen zu den Betreibern von StepMap möglich, die in regelmäßigem Austausch mit den Nutzern stehen. So wurden eine Vielzahl an Wünschen der Nutzer in der Anwendung nach und nach umgesetzt.

Abb. 4: Gstaltung der regionalen Karte in StepMap © StepMap

Abb. 4: Gestaltung der regionalen Karte in StepMap © StepMap

Eine weitere Besonderheit von StepMap sind die umfangreichen Bearbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Basiskarten sowie von geometrischen Signaturen. So können z.B. bei der regionalen Karte Farben und Linienbreiten von Objekten verändert und verschiedene Layer ausgeblendet werden (Abb. 4). Bei den überregionalen Karten besteht die Möglichkeit eine Übersichtskarte in das Kartenbild einzubinden, deren Ausschnitt und Zoomstufe selbst bestimmt werden kann. Des Weiteren können einzelne Orte der Karte individuell hinzugefügt werden (im Step „Punkte und Icons setzen“), die aufgrund der Verwendung der frei verfügbaren Ortsdatenbank GeoNames an den richtigen Koordinaten in der Karte platziert werden. Die Einbindung von eigenen Geodaten in die Karten, z.B. in Form einer KML-Datei, eines Shapefiles oder eines GPS-Tracks ist jedoch nicht möglich.

Als Ergebnis erhält man statische Kartengraphiken zur Einbindung in eigene Webseiten. Auch das Ausdrucken und lokale Speichern als Grafikdatei ist in der kostenfreien Version in beschränkter Auflösung möglich. Einen Überblick über die von den Nutzern erstellten und öffentlich zugänglichen Karten erhält man im sogenannten Atlas von StepMap, den man nach Stichworten und Regionen durchsuchen kann.

Im Rahmen der Dissertation von Karsten Hoffmann („Nutzergenerierte Karten im Web 2.0“) wurde StepMap im Vergleich zu anderen ähnlichen Anwendungen näher untersucht und u.a. auch eine Befragung der Nutzer vorgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass StepMap vor allem für unerfahrene Nutzer und Erstnutzer in der Erstellung von Karten gut geeignet ist. Die Anwendung wurde von den Nutzern vor allem hinsichtlich ihres klar strukturierten und übersichtlichen Aufbaus, der einfachen, intuitiven Bedienung sowie der vielen Gestaltungsmöglichkeiten gelobt. (KH)

Links:

StepMap

StepMap-Blog

Hoffmann, K. (2014): Nutzergenerierte Karten im Web 2.0. Dissertation, Osnabrück.

One comment

  • Peter

    Nepp! Alles ist kostenlos für private Nutzer … ja! Ich habe viel Arbeit in das Erstellen einer Karte gesteckt, um dann im letzten Schritt zu erfahren, dass das Speichern in HD-Auflösung knapp 5,– Euro kosten soll. Nur Briefmarkenformat ist kostenlos. Da fühle ich mich geneppt.

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